Es gab eine Zeit, da brauchten Fotografen für jede einzelne Aufnahme ein Stativ, da erstens die Kamera so schwer war und zweitens die Belichtungszeit so lang war, dass kein Mensch das Gerät so lange hätte ruhig halten können. Also musste das Stativ benutzt werden, um nicht verwackelte, klare Fotos bekommen zu können. Versteinert blickten die zu porträtierenden Menschen in die Linse und harrten tapfer aus, bis es endlich hieß, das Foto ist „im Kasten“.
Heute benutzt man Stative nur noch, wenn der automatisierte Bildausgleich für ein bewegtes Motiv nicht mehr ausreicht. Die modernen Digitalkameras verfügen über Wasserwaagen und andere Funktionen, die ein gerades Fotografieren ermöglichen. Noch dazu hat sich die Belichtungsdauer für ein Foto so sehr verkürzt, dass eigentlich jede Momentaufnahme funktioniert, es sei denn, man fängt zum Beispiel Impressionen aus einem fahrenden Auto heraus ein. Manchmal versuchen Fotokünstler, durch ein künstliches Verlängern der Beleuchtungsdauer Bewegung in Fotos einzufangen. Ein sehr berühmtes Beispiel ist das Wandern des Mondes am Nachthimmel. Hier ist das Stativ natürlich unverzichtbar, denn wer will schon eine ganze Nacht lang die Kamera in den Himmel halten?
Nicht einmal für das alt bekannte Gruppenfoto muss man heute noch ein Stativ verwenden. Auch dieses wird ein voller Erfolg, wenn die Gruppe sich nicht verweigert. Jeder Laie kann fotografieren, wenn nicht gerade einzelne Personen sich zur Seite drehen, die Augen zu haben oder einfach dumm gucken. Hier liegt aber die Schuld natürlich nicht am Fotografen allein. An den meisten Kameras ist unten ein kleines Gewinde vorhanden, um im Zweifelsfall mit einem Stativ arbeiten zu können. Dieser genormte Schraubverschluss macht den universellen Einsatz verschiedenster Stative zum Kinderspiel.