Eher achtlos geht die breite Masse der Menschen vorbei, wenn in einer Fußgängerzone ein Mann mit einem Akkordeon sitzt und verträumt vor sich hin spielt. Er sieht schmutzig aus und bettelt auch um Geld. Niemand macht sich die Mühe, zu hinterfragen, welche Geschichte dieser Musiker hinter sich hat, die ihn an diese Stelle geführt hat. Die Klänge werden wenig beachtet und nur manchmal bleibt jemand stehen, um die traurigen Lieder zu hören. Das wenige Geld in seinem Koffer oder Hut reicht gerade für eine Mahlzeit am Tag. So geht sein Leben weiter; Tag für Tag und ohne Veränderung.
Vielleicht war er aber einmal ein lustiger Mensch, der die Musik als Leidenschaft genießen konnte. Er könnte sogar einmal Auftritte vor Publikum gemacht haben; wer weiß das schon? Applaus ist etwas, das der wahre Künstler viel mehr schätzt, als das Geld, das er für seine Leistung bekommt. Vielleicht hat auch diesem Bettler und Straßenkünstler einst ein Publikum zugejubelt? Das Bild, das er heute abgibt, ist traurig, einsam, heruntergekommen. Deshalb nimmt das vorbeihetzende Publikum auch seine Musik nicht wahr.
Auch Maler verdienen sich oft etwas zusätzliches Geld, indem sie in Fußgängerzonen Porträts oder Karikaturen anbieten, mit Kreide auf die Straße malen. Hier könnte sich ein Student verbergen, aber auch jemand, der einfach einmalaus dem normalen Alltag ausbrechen wollte. Die junge Musikgruppe aus einem fernen Land, die mit der Musik aus der Heimat die Menschen begeistern will, ist auch nicht unbedingt nur auf Geld aus. Die Menschen sollten sich ab und an die Mühe machen, stehen zu bleiben und zuzusehen oder zu horchen. Straßenkünstler zu sein, ist nicht unbedingt ein Beruf, sondern manchmal auch ein Schicksal. Dennoch kann sich hier Talent verbergen, die Liebe zu einer Kunst, das Träumen von Publikum und Applaus.