Archive for the ‘Künstlerische Berufe’ Category

Straßenkünstler sind oft verkannt

30 Sep

Eher achtlos geht die breite Masse der Menschen vorbei, wenn in einer Fußgängerzone ein Mann mit einem Akkordeon sitzt und verträumt vor sich hin spielt. Er sieht schmutzig aus und bettelt auch um Geld. Niemand macht sich die Mühe, zu hinterfragen, welche Geschichte dieser Musiker hinter sich hat, die ihn an diese Stelle geführt hat. Die Klänge werden wenig beachtet und nur manchmal bleibt jemand stehen, um die traurigen Lieder zu hören. Das wenige Geld in seinem Koffer oder Hut reicht gerade für eine Mahlzeit am Tag. So geht sein Leben weiter; Tag für Tag und ohne Veränderung.

Vielleicht war er aber einmal ein lustiger Mensch, der die Musik als Leidenschaft genießen konnte. Er könnte sogar einmal Auftritte vor Publikum gemacht haben; wer weiß das schon? Applaus ist etwas, das der wahre Künstler viel mehr schätzt, als das Geld, das er für seine Leistung bekommt. Vielleicht hat auch diesem Bettler und Straßenkünstler einst ein Publikum zugejubelt? Das Bild, das er heute abgibt, ist traurig, einsam, heruntergekommen. Deshalb nimmt das vorbeihetzende Publikum auch seine Musik nicht wahr.

Auch Maler verdienen sich oft etwas zusätzliches Geld, indem sie in Fußgängerzonen Porträts oder Karikaturen anbieten, mit Kreide auf die Straße malen. Hier könnte sich ein Student verbergen, aber auch jemand, der einfach einmalaus dem normalen Alltag ausbrechen wollte. Die junge Musikgruppe aus einem fernen Land, die mit der Musik aus der Heimat die Menschen begeistern will, ist auch nicht unbedingt nur auf Geld aus. Die Menschen sollten sich ab und an die Mühe machen, stehen zu bleiben und zuzusehen oder zu horchen. Straßenkünstler zu sein, ist nicht unbedingt ein Beruf, sondern manchmal auch ein Schicksal. Dennoch kann sich hier Talent verbergen, die Liebe zu einer Kunst, das Träumen von Publikum und Applaus.

 
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Chancen als Autor

27 Sep

Darüber müsste ich eigentlich ein Buch schreiben! – Mit dieser Aussage wollen Menschen eine Aussage treffen, nämlich, dass eine Situation besonders außergewöhnlich, problembehaftet, lustig oder mit anderen Attributen zu bezeichnen ist. Doch nicht jeder kann ein Buch schreiben. Dem einen fehlt es an der sprachlichen Gewandtheit, dem anderen ist schlicht die Phantasie abhanden gekommen. Nicht jeder verfügt zudem über das rhetorische Geschick, einen Gedanken fehlerfrei in Worte fassen zu können. Wer all diese Eigenschaften mit sich bringt, hat es dennoch schwer, als Autor eine Chance zu bekommen. Immerhin reicht es nicht, ein Buch zu schreiben. Man muss es auch an einen Verlag verkaufen können, der es dann veröffentlicht, denn sonst war die ganze Arbeit umsonst. Über Nacht den Ruhm als Autor zu erlangen: Davon träumen viele Schriftsteller, die den Weg einfach nicht mit Erfolg gehen können. Haben sie Glück, landen sie als Romanautoren oder vielleicht noch als Kolumnisten bei Zeitschriften. Ansonsten wird von ihren Werken nicht viel Notiz genommen.

Das Problem mit dem Bekanntheitsgrad ist folgendes: In den Verlagen gehen Tag für Tag die Werke von Schriftstellern ein, die gerne ihr Buch veröffentlichen würden. Manche Exemplare landen nach einem Blick auf den Titel wohl schon in der Abteilung, die die Absagen verschickt. Andere werden gar nicht angesehen und es hat wohl auch etwas mit Glück zu tun, ob und wie ein Buch die Aufmerksamkeit der Lektoren erreicht. Der Vertrag über die Veröffentlichung des eigenen Buches ist also eher die Ausnahme. Es bleibt die Möglichkeit, aus Spaß an der Freude einfach weiter zu schreiben und die Bücher für sich selbst oder die Familie binden zu lassen, damit die Arbeit nicht völlig umsonst war.

 
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